Kamingespräch mit Thoman Gaiswinkler von LinkedIn (Rückblick)

Kamingesprarch mit Thoman Gaiswinkler von linkedIn

Februar diesen Jahres hatten wird das große Vergnügen zum Kamingespräch in Linz mit Thoman Gaiswinkler von LinkedIn eingeladen zu sein. In seiner Rolle als Enterprise Account Executive unterstützt er Organisationen auf dem österreichischen Markt im Employer-Branding und Talentakquise. Eine seiner Hauptaufgaben ist es, Organisationen dabei zu helfen zu verstehen, wie LinkedIn ihr Geschäft verändern kann.

Im kleinen Kreis durften wir 1,5 Stunden lang Thoman Gaiswinkler gespannt dabei zuhören, wie er bzw. Linkedin die Megatrends im Digitalen-Marketing, die Entwicklung von Social-Media Plattformen und ihre zukünftige Rolle im Marktgeschehen sieht.

Es ist alles eine Frage der Zielgruppe.

Nach der Eröffnung des Kamingespräches und ein paar begrüßenden Worten, starteten wir auch schon unser Fragekonzert. Eine der ersten Fragen an Thoman war, wie er die Rolle und Positionierung von LinkedIn neben Xing und Facebook sehe. Nach einem kurzen Grinsen kam die Antwort prompt: Dies ist eine Frage der Zielgruppe und nicht von Plattformen. Nachdem er kurz innehielt und unseren fragenden Blick sah, führte er seine Aussage weiter fort. Ein Vergleich der Plattformen würde seiner Ansicht aufgrund der Unterschiede in ihrem Wesen nur schwer funktionieren. LinkedIn ist eine Plattform für Branchenthemen. Natürlich biete LinkedIn noch anderer Dienstleistungen an, bspw. Lösungen für den HR-Bereich, jedoch läge der Fokus eindeutig auf Professionals und B2B. Während LinkedIn Fach – und Nischenthemen bespielt, arbeitet Facebook wesentlich stärker mit Emotionen und fokussiert auf die Interessen der Menschen. Die Plattform Strukturen und Inhalte sind damit nur schwer vergleich. Aus Thoman Gaiswinklers Sicht muss die Frage eher lauten: Was will meine Zielgruppe für Inhalte sehen bzw. was für Inhalte werden gebraucht? Seiner Ansicht nach vergessen Unternehmen oft diese für ihre Kommunikationsstrategie zu beantworten.

Wie sieht die perfekte LinkedIn Strategie aus?

Nach der Frage fiel schließlich das Signalwort, auf das alle Anwesenden gewartet haben: Kommunikationsstrategie. Und schon folgte die Frage nach dem heiligen Gral: Wie sieht den die perfekte LinkedIn Strategie aus und ganz nebenbei, wie funktioniert den der LinkedIn Algorithmus? Thoman Gaiswinkler reagierte wieder mit einem kurzen Grinsen. Er entschuldigte sich, dass er leider aufgrund fehlenden Wissens keine Inputs geben könne, wie den der LinkedIn Stream technisch funktioniere. Seiner Ansicht nach brauche es dies für eine gute Strategie jedoch gar nicht, da es oft an viel einfacheren Dinge scheitere. Denn der Schlüssel für Erfolg bei LinkedIn liege vor allem in der Interaktion. Diese erreiche man durch relevante Inhalte, welche für die Zielgruppe auch einen qualitativen Mehrwert bieten. Und es braucht auch Interaktion mit der Zielgruppe vom Unternehmen aus. Für eine Erfolgsmessung der eigenen Strategie sollte man daher immer auf die Interaktionsrate achten. Dies hilft das Interesse der Zielgruppe zu verstehen, was wiederum hilft Inhalte mit Relevanz zu erstellen und zu kommunizieren. Dies wiederum führt wieder zu einer höheren Interaktionsrate. Obwohl es sich um Fach – und Nischenthemen dürfen dabei auch ruhig emotionale Beiträge gepostet werden. Was uns zur nächsten Frage führte.

Ist Humor auf LinkedIn erlaubt & dürfen Marken lustig sein?

Eine einfache Frage, die jedoch viele Unternehmen oft etwas ratlos und unbeholfen wirken lässt. Welchen Ton schlägt man als Unternehmen und damit als Marke auf LinkedIn an? Auch für Thoman Gaiswinkler eine schwierige Frage, da es seiner Ansicht nach keine Standard Antwort darauf gibt. Für ihn ist nur klar: Unternehmen müssen Persönlichkeit zeigen. Wie viel Humor bspw. erlaubt ist auf LinkedIn, muss jedes Unternehmen für sich selbst klären. Die Frage nach der Tonalität auf LinkedIn ist für ihn eher eine Frage der Markenpositionierung. Sein Rat: Als Unternehmen sich seines Images als Marke bewusst zu werden und passend dazu Beiträge in der richtigen Tonart auf LinkedIn für die Zielgruppe zu posten. Dabei ist es wichtig zu bedenken, dass, egal ob man in Richtung Human Ressource, Sales oder Marketing spricht, jeder eine andere Ansprache benötigt. LinkedIn ist reine Werbeplattform zu sehen, unpersönliche Postings und Nachrichten zu versenden ist demnach dementsprechend für den Erfolg suboptimal

LinkedIn Tipps für Unternehmen

Kaum hatte das Kamingespräch begonnen, neigte es sich schon wieder dem Ende zu und wir baten Thoman noch um ein paar abschließende Tipps für LinkedIn. Für Thoman ist ein großer Erfolgsfaktor die Repräsentation des Unternehmens durch die eigenen Mitarbeiter. Dazu müssen diese jedoch in die Unternehmensstrategie eingebunden werden und benötigen Freiräume, um agieren zu können. Das heißt, dass Unternehmen akzeptieren müssen, dass sie keine hundert prozentige Kontrolle mehr über die, von Mitarbeitern ausgesendeten Informationen der Marke haben. Umso wichtiger ist damit eine klare Markenpositionierung, die auch die Mitarbeiter verstehen und mittragen. Natürlich braucht es auch eine dementsprechende Schulung im Umgang mit Social-Media. Mitarbeiter müssen verstehen wie sie mit LinkedIn umgehen können, ohne der Marke zu schaden und Werkzeuge wie die Artikel Funktion von LinkedIn für ihre Arbeit nutzen können. Thoman sieht für die Zukunft für Unternehmen noch großes Entwicklungspotenzial, da die Möglichkeiten und sich ergebenden Chance durch LinkedIn nur wenig ausgeschöpft werden. Seiner Meinung nach fehlt es an einer Strategie und einer Antwort, was für Inhalte die Zielgruppe braucht. Entscheidend sei sich zuerst die Inhalte und das Ziel klar zu machen. Unternehmen werden seiner Meinung nach noch einen starken Bedarf an Beratern mit Know-How im Umgang mit LinkedIn haben, da der Wandel im Bereich der (Kunden-)Kommunikation erst am Anfang steht.


Zum Autor:
Dominik ist Online-Marketer und steht auf alles was mit Marketing und Digitalisierung zu tun hat. Er beschäftigt sich seit 2010 mit Online-Marketing und Markenentwicklung und führt Unternehmen als Wegbereiter ins digitale Marketing.

Zwei seiner größten Anliegen sind das positive Potenzial der Digitalisierung zu vermitteln und zu zeigen, wie unternehmerische Ideen mithilfe der digitalen Möglichkeiten erfolgreich vermarktet werden können.